Freitag, 29. Juli 2016

A poem for peace

Erdogan, oh Erdogan, when do you finally wake up out of your little weird dream? Are you a president or a stubborn child?

Your people want to live in peace and not with terror and hate. Turkey is wonderful, the majority so peaceful. Everyone is helpful, even to a stranger, and always wears a smile on the face. They really deserve a better state.

All they want is joy in life. Haven’t you noticed in all your anger? They don't deserve to live with your senseless danger. Death penalty? Seriously? What must be going on in your addled head?

I better don't want to know, because too many pictures already burned a big hole into my soul. Are you really having so much fear? I can only feel sad for you and spread my tears. For the people who died and the families who cried.

There are other ways to lead a country, but you obviously live very far away. It must be on another star. Maybe I am wrong, maybe I am right, but I stick to my opinion and I think you are full of hate.

I let the people decide for themselves and they can tell me if you are a good president or if you should fade away. But I am hoping for all the good and honest people in Turkey who helped me to travel and make it through hospital that something in your country will change very soon. Otherwise I would personally send you with a starship to the dark side of the moon!

Relase your people and let them live in peace.

Iran, Sudan, Syria or Libya. It is about all the countries with dictators in the world who spread hate instead of peace.

This ist the world's biggest disease!

Sophisticated and intelligent people in Turkey, why do you hide? Fight for your human rights and a better future. I am not talking about guns, because I am a pacifist. Another war is not what we need.

But get back the country's peace and stop this disease!

Montag, 18. Juli 2016

Statement of a unicorn

"Hey, my little, smart unicorn. I really need to talk to you because I have a very important question. I already asked the pink elephant but he didn’t have an answer."

"Ok, go for it."

"How much is my passport worth? I can live a good live, even with my disease. I can survive, no daily struggle, I cross borders without any trouble. I can travel, I have an insurance. Should I feel proud ? I feel so much doubt."

"I know what you mean, your question is tough. Should you feel blessed or suffer with the rest?"

"I am giving you a question and you give me more?"

"I am giving you more questions because even a unicorn is not that wise. Borders just don’t exist in our peaceful wonder world. That’s the reason why you are always talking to me. You want to feel free. Deep in your heart you want to escape and live in a unicorn world. In a little bubble and in peace, not in a world full of trouble.

Close your eyes whenever you want to have a little break from the questions of life but you cannot escape the truth of the world. 

You want an answer? Then don’t forget what I am telling you now:


Always try to find back to reality. Be productive because doing something is always better than nothing. Look at the evil in this world. They never lose their energy.

You know you will not change the world but maybe make it a little bit better."

Donnerstag, 7. Juli 2016

Worte

Ist schweigen Gold?

Schweigsame Stille ist ein langsamer Tod.

Ein Ende ohne Worte, die man vielleicht lieber hätte sagen sollen.

Warum fallen Worte manchmal nur so schwer?

Gute Gedanken an liebe Menschen sollten niemals in der Stille verklingen.

Sie machen glücklich und öffnen Herzen, machen Mut und Mut tut einer jeden Seele gut.

Böse Worte sind so schnell gesprochen, doch die schönen Gedanken sollten wir stattdessen viel öfter aus unserem Munde entlassen.
So richte ich diese Worte an alle Menschen:
Es könnte plötzlich zu spät sein und man wird ewig und ein Leben lang für seine Stille traurig sein.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Istanbul is beautiful, terror is just horrible

What is wrong in this world?

Another senseless suicide attack with innocent victims and suffering families left behind.

Are the politicians really so helpless against the minority of people in the world who refuse to live in peace and instead fight and kill for an absurd religious idea?

Instead of producing more weapons maybe the answer is to decrease the number of weapons in the world that are making this terrorism possible.

But maybe the business with it is too profitable that it is ok to sell weapons to extremist countries.

Maybe you need to be a politician to understand the sense but I am just a normal human being.

I left the wonderful country Turkey with beautiful, kind and helpful people safely and my thoughts are with the victims who were not so lucky to survive this tragedy.

Dienstag, 17. Mai 2016

Das Rätsel der Vergangenheit und der verlorenen Worte

Warum ist die Schrift nur so spät entstanden? Erst vor etwa 5300 Jahren wurde die gesprochene Sprache so langsam für die Ewigkeit in Stein gemeißelt und schließlich auf Papier gebracht. Uns sind so viele kostbare Gedanken verloren gegangen.

Wie viele Meisterwerke bleiben uns für immer verborgen und sind mit ihren Schöpfern in der Vergangenheit versunken? Auf der ganzen Welt und ihrer langen Geschichten liegen so viele ungeschriebene Worte verborgen. Erlebnisse, Phantasien und geniale Ideen. Doch wir werden sie niemals mehr erfahren, müssen uns für immer aus den tiefen Schichten der Erde ihre Zeilen zusammenreimen.
Doch nun haben Worte und die Schrift die Welt erobert. Eine grosse Welle die Erde überschwemmt. Eine Flut an Worten, die wir oft gar nicht brauchen. Die verletzen, gegeneinander aufhetzen, anstatt zu verbinden, aufzuklären oder zu lehren.
Auch Worte können Waffen sein.
Sie können aber auch Werke erschaffen und tief berühren, sie können Briefe schreiben und Taten verzeihen, sie können Lieder komponieren und die Seele heilen.

Was hätten wohl vor Millionen von Jahren unsere haarigen Vorfahren an Gedanken so verraten? Beziehungsprobleme und Erziehungssorgen? Das gab es sicher auch vor Urzeiten schon.


Klimawandel und schlechte Ernten? Auch die Neandertaler verzweifelten sicher wegen langer Dürren schon.
Die Dinosaurier wurden von einem Meteoriten erschlagen und direkt ins Nimmermannsland katapultiert. Den restlichen Artgenossen kam der darauffolgende Klimawandel nicht besonders zugute, und das war es dann gewesen mit dieser abenteuerlichen Spezies, aber sie hätten mit ihren patschigen Pfoten nun wirklich kein Wort auf ein Blatt bekommen.

Nun schaut man heutzutage in die Gesteine hinein, was sie uns für Geschichten erzählen über unsere Welt, denn Zeitzeugen können uns das bedauerlicherweise nicht in hinterlassenen Schriften belegen.
Wie das wohl wäre, ein Buch aus der Steinzeit? "Intellektuelle Zwiegespräche mit Fred Feuerstein." Tiefsinn oder Schwachsinn?

Es bleibt für immer ein Rätsel und verborgen in den tiefen Schichten der Erde, auf denen sie damals ihre Fußabdrücke hinterließen. Uns bleiben nur ihre Reliquien und Töpfe, wenige uralte Werkzeuge, Jahrtausende alte Knochen und wir geben ihnen Namen, denn sie haben uns keine hinterlassen.
Ötzi, die Mumie aus den Ötztaler Alpen. Wie er wohl seinen Namen gefunden hätte vor 5250 Jahren?
Doch was hinterlassen wir der Welt in 1000 Jahren? Milliarden von sinnlosen Wörtern, absurden Bildern und endlosen Daten? Werden wir eines Tages eine Inspiration für unsere Nachfahren sein? Werden sie unsere Gedanken lesen und nostalgisch in unseren Zeiten schwelgen oder werden wir nur das Jahrhundert der Milliarden bedeutungslosen Worte sein?

Werden auch wir nur verlorene Worte hinterlassen, nicht, weil wir keine hatten, sondern weil wir einfach nicht wussten, sie sinnvoll zu gebrauchen? Wird unsere Geschichte in der Bedeutungslosigkeit versinken?
Man kann jedem Wort Tiefe und Sinn verleihen, jedes Werk kann ein Meisterwerk werden, wenn man sich Zeit nimmt für die wichtigen Gedanken und sie erst dann zu Worten formt.
Vielleicht bleiben ja dann in den ganzen unüberschaubaren Datenfluten unserer chaotischen Zeit denkwürdige und geistreiche Worte für die Ewigkeit erhalten.

Mittwoch, 11. Mai 2016

Die Qual der Zahl

Was musste ich da bitte lesen?

Ohne Mathematikverstand ist man kulturbehindert?

Zu dieser Meinung war ein gewisser Bildungsforscher namens Heinz-Elmar Tenorth also gekommen.  
War das überhaupt ein anerkannter Beruf? Bildungsforscher?
Das hörte sich für mich eher so an, als wurde man Bildungsforscher, wenn man so mit der Bildung seine Mühe hatte und teilte dann aus, indem man mit abstrusen Theorien um sich warf und wilde Diagnosen erfand.

Kulturbehindert war ich nun also auch noch. 
Na, gute Nacht.
Ich wollte aber nicht kulturbehindert sein. Nicht auch noch das!
Ich hatte doch schon genügend Baustellen, da brauchte ich nicht auch noch eine Kulturbehinderung.
Was aber sollte ich machen mit dem Mathematikverständnis einer Erbse?
Sollte der fragwürdige Forscher doch Recht haben, war ich verloren.
Ich beschloss, erstmal zu überprüfen, ob ich wirklich keinen Verstand besaß.
Also Mathematikverstand, denn mit ein wenig Verstand rechnete ich noch hoffnungsvoll.

Fing ich doch mit etwas Einfachem an.
Multiplizieren, addieren, konjugieren. Da ging es schon los. Konjugieren konnte ich super, nur gab es das nicht als mathematisches Nebenfach.
Ich beschloss das Level zu steigern und widmete mich der Wurzelrechnung.
Wurzelrechnung?
Die Wurzel aus 100 ist eine Kartoffel?
Was hatte die Wurzel eigentlich in der Mathematik zu tun?
Gar nichts war mein Entschluss, denn Wurzeln gehörten an einen Baum und nicht an eine Zahl.
Das brachte mich in meiner eigenen Forschung bereits einen bedeutenden Schritt weiter, denn mir kam langsam der Verdacht, den ich schon immer hegte:

Mathematik ist Betrug!

Glasklar, denn sonst hätte ich es nämlich schon längst kapiert.
Mein erstes und nicht zu widerlegendes Hauptargument gegen die These des Kulturverständnisses.
Ich brauchte aber noch mehr, denn schließlich wollte ich ja in der Fachwelt nach Abschluss meines Experiments auch ernst genommen werden.
Ich stieß auf die Primzahlen und die abenteuerliche Behauptung, dass angeblich alles auf ihnen basiere.
Alles?
Also eine Zahl, die nur durch 1 und sich selbst teilbar ist, verändert die Welt?
Das musste ich überprüfen und zu meiner Verwunderung fand ich heraus, dass es stimmte.
Wir zahlen nicht etwa mit unserer Kreditkarte, wir zahlen mit Primzahlen.

Prima.  Bargeldlos zahlen mit Primzahlen.

Und auch sonst steckten sie überall ihre Nase rein auf dieser Welt. Ohne sie ging nichts.
Ich sollte wohl doch eher bei «Malen nach Zahlen» bleiben, um mir doch wenigstens noch einen Funken mathematisches Verständnis vorgaukeln zu können.

Ich stieß auf so alle möglichen haarsträubenden, mathematischen Formeln, Gleichungen, Hypothesen und dann auch auf die Riemannsche Vermutung.
Vermutung hörte sich schon mal gut an. Dem konnte ich ja dann ganz offiziell noch widersprechen.
Sie besagt, dass alle nichttrivialen Nullstellen in der Riemannschen Zetafunktion den Realteil ½ haben und diese wiederum zentral sind im Zusammenhang zwischen der Lage ihrer komplexen Nullstellen und der Lage der Primzahlen.
Alles klar?!
Also wer nach den ersten drei Wörtern abgeschaltet hat muss nicht verzagen, ich wollte mich nur auch mal an die grosse Mathematik wagen.
Es hörte sich aber irgendwie bedeutsam an und zählte, man höre und staune, zu den Millenium-Problemen.
Ich dachte bis anhin, das wären Kriege, Hungersnot und die Klimaerwärmung, aber es waren anscheinend irgendwelche nichttrivialen Nullstellen.
Schön und gut.
Hoffen wir auf eine baldige Lösung des Konflikts, denn dann kann man mit prima Zahlen die Probleme der Welt besser ertragen. 

Oder wie geht diese Rechnung auf?

So quälte ich mich durch weitere Formeln und gab der Mathematik eine Chance, räumte ihr sogar eine Daseinsberechtigung ein, doch bei der höheren Mathematik war dann Schluss.
Da sah es doch nun langsam gespenstisch aus. Wer hatte dich das ausgedacht?
Ich hatte keine Wahl. Das würde mich noch in den Wahnsinn treiben.
Je öfter ich die Seiten voller Zahlen auch las, desto mehr verrannte ich mich in diesem rätselhaften Labyrinth.
Ich glaubte gerade noch an das, was ich musste.
5x3+100 in meiner bunten Spardose reichten jetzt endlich für die neue Hose.

Die Qual der Zahl?
Das war einmal.
War Mathematik vielleicht nur eine Illusion?
Ich erklärte sie nun offiziell zur Religion und hatte nach ein paar mathematischen Studien meinen inneren Frieden wiedergefunden.                                  

Montag, 25. April 2016

Kaffeeklatsch mit dem rosa Elefanten. Keine Sorge, nicht mit dem rosa Panther.

«Sag mal, wo kommst du denn eigentlich her? », fragte ich wenig motiviert den rosa Elefanten, denn eigentlich war es ja auch egal, aber da er nun schon neben mir her trottete, konnte ich ja mal fragen. Vielleicht konnte ich noch etwas lernen über dieses seltsame Universum.

«Von Alpha centauri», antwortete der rosa Elefant fröhlich und heiter und ging mir jetzt schon wieder gehörig auf die Nerven mit seiner ewig guten Laune.
Sie stand mir doch zu sehr in Kontrast zu meiner.

«Das ist kein Planet, das ist ein Stern», sagte ich und verdrehte genervt die Augen.
Immer dieser Elefant. Nicht nur, dass mir jedes Mal die farbverwirrten Augen wehtaten, wenn ich ihm zu lange beim Nichtstun, Unsinn machen oder Dummschwätzen zuschaute, sondern auch seine völlig haltlose, altkluge Art brachten mein nicht vorhandenes, inneres Gleichgewicht aus dem Konzept. Meine hart antrainierte, buddhistische Tiefenentspanntheit war also wieder einmal dahin.

«Ja und», entgegnete er gelassen, «wir rosa Elefanten können auch auf glühend heissen Gaskugeln ein fröhliches Dasein haben. Es muss nicht immer ein Planet sein. Auch die Sonne ist ein schöner Ort. Sie sieht nicht nur von eurer Erde ganz reizend und zum Dichten aus. »

Und schon wieder diese Klugscheisserei. Ich glaubte ihm kein Wort.

Na ja, es war mir aber auch egal, dann war er eben vom nächsten Stern. Warum musste er mir dann aber hier auf der Erde auf die Nerven gehen und brutzelte nicht auf Alpha centauri mit seinen Artgenossen zu einem rosa Döner vor sich hin?

Während wir also ziellos und mit wenig Elan durch die Felder schlurften, offenbarte ich dem Elefanten gedankenverloren und frustriert meine Talentfreiheit und Mittelmäßigkeit auf quasi allen Gebieten. Quantenphysik, Makromolekulare Chemie, Differenzialgeometrie, ja sogar Astrologie entzog sich meinem Verständnis, denn ich kannte weder meinen Aszendenten, geschweige denn verstand ich auch nur annähernd, was das sein sollte und das war nicht einmal eine Wissenschaft! 
Die Erkenntnis traf mich eines verregneten Sonntagmorgens auf dem Esoterik-Kanal. 
Die Zukunft sah also düster aus.

«Ich bin auch nur mittelmäßig», sagte der Elefant wenig überzeugt.
«Das stimmt nicht, du bist wenigstens rosa», widersprach ich ihm trotzdem.
«Da magst du recht haben. Selbstverständlich bin ich etwas Besonderes», entgegnete er selbstverliebt wie eh und je, «andererseits entspringe ich ja nur deiner Vorstellungskraft, also bin ich doch nur wieder mittelmäßig. Wobei, dann wäre ich ja quasi ein Nichts. Sehr schön, jetzt ziehst du mich schon mit rein in den Sumpf der Sinnlosigkeit."

Er schien kurz nachzudenken und sagte dann doch überzeugt und selbstzufrieden:
«Oder es macht mich wieder extraordinär speziell. Natürlich! Jedoch nur für dich. Es gibt ja sonst niemanden, der meinen Weisheiten lauschen und meine Schönheit betrachten kann. Zu schade. Verschwendung geistiger Genialität in grösstem Maße.»
«Ich wusste gar nicht, dass du den Rüssel so hoch trägst», sagte ich beleidigt von so viel Hochnäsigkeit und Selbstverliebtheit. Ich musste aufgebaut werden und konnte jetzt keine blasierten, kleinwüchsigen Elefanten ertragen, die mir die Welt erklärten, von der sie nicht kamen. Das schrie geradezu nach Rache.

«Kannst du rückwärtslaufen?», fragte ich ihn.
Er blieb stehen, als wolle er sich kurz davon überzeugen und antwortete dann mit einem verwirrten: «Nein.»
«Kannst du 3 Mal in die Hände klatschen?»
Der rosa Elefant vergaß sich auch manchmal selber und noch bevor er seinen Fehler erkannte, landete er erst auf seinem rosa Rüssel und dann mit einem lauten Krach im Dreck.
«Nein, kann ich nicht», sagte er verdutzt, als er sich mühsam wieder aufrappelte und fügte beleidigt hinzu:
«Das war sehr hinterhältig und mies.»
«Wenn es sonst nichts ist», entgegnete ich mit Gleichgültigkeit seinem Urteil, während ich noch über das Bild des rollenden, rosa Elefanten lachte.
So langsam schien er zu meiner Befriedigung doch die Beherrschung zu verlieren. 
"Lass uns lieber mal Kaffee trinken gehen", sagte er. "Ich kann meine Zeit nicht ständig mit deinen menschlichen, niederen, boshaften Trieben auf meine Kosten vergeuden. Ich muss über wirklich wichtige Dinge nachdenken und dafür brauche ich Kaffee.»
Ich hatte nie verstanden, warum er sich nicht wenigstens ein bisschen wie ein Elefant verhalten konnte, damit mir das ganze nicht allzu absurd vorkam. An ein paar Wurzeln knabbern oder so. Da ich aber sowieso mehr Fragen als Antworten hatte, so insgesamt und generell, sollte mich das nun auch nicht weiter kümmern.

«Die Gegenwart dauert 3 Sekunden», sagte der rosa Elefant zusammenhanglos, während er an seinem Kaffee schlürfte. Ich hasste schlürfen, aber der rosa Elefant war beratungsresistent und kritikunfähig.
«Du schlürfst», wies ich ihn trotzdem mal wieder genervt darauf hin, «und nein, ich wusste nicht, dass die Gegenwart 3 Sekunden dauert. »
«Ich habe niemanden schlürfen hören und falls du nochmal jemanden hörst, dann zähl bis 3 und es ist vorbei», entgegnete er selbstzufrieden.
«Da, du hast es schon wieder getan», zischte ich gereizt. 
Ich hoffte, so wie immer, wenn ich mit ihm unterwegs war, dass wir nicht allzu sehr auffielen.

Ich schaute nach links, ich schaute nach rechts. Alles unauffällig. Ich konnte mich also weiter dem nervigen Trampeltier widmen.

«Zähl bis 3», sagte er. «Hörst du nicht zu?»
Tiefenentspannung war grundsätzlich schon meine Stärke, aber nur, wenn ich schlief. Ich schlief aber nicht. 
«Willst du mir jetzt alle 3 Sekunden sagen, dass die nervige Gegenwart mit dir vergangen ist?»
«Vielleicht», antwortete er gleichmütig.
«Soll das ein Spiel sein?», fragte ich mit steigender Irritation. «Wenn ja, dann mach es keinen Spaß
«Nein, das ist die Gegenwart. So beratungsresistent wie ich angeblich sein soll, so lernresistent bist du aber allemal. Deinen utopischen Berufswunsch kannst du vergessen. Das ist sogar schon bis Alpha centauri durchgedrungen.»
«Also ganz genau genommen bin ich bereits Universalgelehrter, falls es noch nicht auf deinem angeblichen Heimatstern angekommen ist. Das muss wohl an der Lichtjahrverzögerung liegen», entgegnete ich, so langsam meinen alten Mut wiederfindend.
«Da Vinci und Goethe waren Universalgelehrte und du suchst immer noch das @-Zeichen auf deinem Laptop. Hast dich ja schnell erholt von deinem morgendlichen Tief. Du kannst höchstens noch auf einen implantierbaren Google-Chip hoffen, der dir künstliche Intelligenz verleiht und den wirst sicher nicht du erfinden. Oder, vielleicht tut sich ja ein schwarzes Loch auf und du wirst verschluckt. Dann hast du unendlich viel Zeit weiter in der Illusion zu leben, du wärst Universalgelehrter», sagte er und brach dann scheinbar von seiner eigenen Genialität überwältigt in lautes Lachen aus.

Ich arbeitete derweil an meiner Tiefenentspannung. Bis 3 zählen half nicht viel. Ich schien schon unendlich viele Gegenwarten überlebt zu haben seither.

Als er sich wieder halbwegs beruhigt hatte, sagte ich:
«Und du kannst dir langsam mal einen vernünftigen Planeten aussuchen, von dem du nun angeblich kommst. Es gibt noch 7 andere bekannte Planeten, Hunderte Kometen, und Weltraumschrott in unserem Sonnensystem, von dem du kommen könntest. Das würde im Übrigen ganz gut zu dir passen. Wir können dem Schrott auch einen Namen geben, wenn du magst.»

«Ich finde das etwas hart und es verletzt meine Gefühle, aber gut, ich werde darüber nachdenken», sagte er übertrieben emotional und theatralisch. Er war wirklich mit dem falschen Fuß auf dieser Welt gelandet. Ich konnte dann nur noch davon ablenken, indem ich ihn wieder auf seinen ursprünglichen Plan hinwies, nämlich die Weltverschwörung.

Wozu?

Er glaubte, indem man genug positiv ablenkende Verschwörung betrieb unter den Menschen, konnte man den Weltfrieden erreichen und er dann die Weltherrschaft an sich reißen.

Also eigentlich war doch alles in Butter. Meine nächste Untersuchung, die konnte auf sich warten.
Es war ja nur ein rosa Elefant und nicht ein rosa Panther.