Montag, 11. September 2017

Ansichten eines Papageis über die Liebe und ihr seltsames Spiel

Man sucht und sucht und findet sie nicht und steht sie dann vor einem erkennt man sie nicht.
Oder will sie nicht erkennen und philosophiert sich zu Tode.
Redet mit Einhörnern und rosa Elefanten.
Leert mit den besten Freunden unzählige Flaschen Prosecco.
Analysiert sinnlos gescheiterte Vergangenheiten.
Redet in Konjunktiven und was wäre und könnte.
Doch man kommt nicht zum Punkt, denn den gibt es nicht.

Jedoch hat man dann endlich sein Gegenstück gefunden, kommen die nächsten zweifelnden Fragen nach möglichen Gefahren für sein verletzliches Herz und im schlimmsten Fall gerät man in seiner verwirrten Ratlosigkeit noch auf den esoterischen Pfad und berät sich mit teuren Wahrsagern und spirituellen Notfall-Kanälen..
 Ich könnte nun noch stundenlang über dieses seltsame Thema der Liebe philosophieren, doch ich sitze am Bach und anstatt entspannt dem Plätschern des Wassers bei meinen Gedanken zu lauschen, kreischt hinter mir ein Papagei und stört meine Gedanken.

Vielleicht will er mir sagen:

«Ist doch alles einerlei. Die Liebe kommt, die Liebe geht.
Hoffentlich bleibt sie, doch das zeigt nur die Zeit.
Anstatt euch zu vertiefen in verwirrende Gedanken und euch unter einem Berg voller Konjunktive zu verkriechen, liegt doch viel mehr Sinn darin einfach den schönen Moment zu geniessen.
Nun habe ich aber genug über eines eurer menschlichen Lieblingsthemen geredet.
Zum Glück sind meine Probleme im Leben nicht so gross, denn die Menschen haben mich hier in diesen kleinen Käfig gesperrt und ich muss bis zum Sonnenuntergang nur euren seltsamen Gesprächen lauschen.
Ich habe hier alles, was ich brauche, nur eine Sache, die habe ich nicht.
Es ist ganz einfach, mir fehlt eure Freiheit.


Hätte ich alle Freiheit der Welt, so wie ihr, und würde nicht eingesperrt in diesem Käfig sitzen, würde ich sorglos über bunte Blumenwiesen fliegen und jeden einzelnen Flügelschlag geniessen.»

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